Jedes Sofa ein Unikat

Leder ist ein natürliches Material, gewachsen, ein Stück gelebte Natur. Jede Haut spiegelt das Leben des Rindes, hat eine unterschiedliche Form und Größe ebenso wie eine individuelle Oberfläche mit einer Vielzahl von Naturmerkmalen, die sich wachstumsbedingt in Struktur und Farbe niedergeschlagen haben oder die aufgrund von verwachsenen Verletzungen entstanden sind - das Leben hinterläßt im Lauf der Zeit seine Spuren. Und die sieht man.

Natur- und Wachstumsmerkmale

Das erklärt bereits eine wichtige warentypische Eigenschaft, die für die Optik bestimmend ist: Natur- und Wachstumsmerkmale sind ganz natürliche Bestandteile des Leders. Tatsächlich sind es erst die natürlich entstandenden Merkmale, die Leder zu einem so einzigartigen Material machen. Sie sind Qualitätsindikatoren, die von der Echtheit des Materials zeugen, denn jede Haut ist anders. Sie erlauben uns, ein Stück gelebte Natur nach Hause zu holen. Und sie verleihen jedem Möbelstück eine ganz individuelle Note, machen es einzigartig, zum Unikat.

Farb- und Strukturabweichungen

Zu den Naturmerkmalen gehören auch Farb- und Strukturvarianzen. Aufgrund des natürlichen Ursprungs des Materials sind daher auch innerhalb eines Einzelstückes bzw. innerhalb einer Gruppe Farb- und Strukturabweichungen möglich und zulässig. Wir garantieren jedoch die sorgsame Farbsortierung und -auswahl für die entsprechend benötigte Ledermenge pro Kommission.

Natur, die man sieht

Wie stark Natur- und Wachstumsmerkmale beim fertigen Leder sichtbar sind, ist abhängig von der Lederqualität. Bei naturbelassenen Ledern (Anilinleder) wird die Oberfläche der Haut weder verändert noch abgedeckt. Damit bleiben alle natürlichen Merkmale komplett sichtbar. Bei teilweise gedeckten Qualitäten (Semianilinleder) oder komplett gedeckten Ledern wird auf die Oberfläche eine zusätzliche Pigmentschicht aufgetragen. Unter ihr treten vorhandene Naturmerkmale weniger stark in Erscheinung, ohne vollständig verloren zu gehen.

Verarbeitung von Naturmerkmalen

Naturmerkmale als natürliche Bestandteile des Leders haben keinerlei Einfluss auf die Lederqualität. Ihre Verarbeitung bei der Bezugsfertigung stellt folglich keinen Reklamationsgrund dar. Wir achten allerdings darauf, dass Naturmerkmale im fertigen Produkt gleichmäßig auftreten. Maßgeblich dafür ist das harmonische Gesamtbild des Möbels: Wir verarbeiten Naturmerkmale immer dann, wenn es nicht beeinträchtigt ist. Echte Fehler allerdings, welche die Qualität des Leders beeinträchtigen könnten, werden schon beim Zuschneiden des Leders ausgespart.

Standards der Lederverarbeitung

Natur- und Wachstumsmerkmale werden bei uns anhand festgelegter Standards im Zuschnitt verarbeitet. Informationen dazu, wie einzelne Leder verarbeitet werden, finden Sie auf den Deckblättern unserer Musterbügel im Handel und als Bestandteil unserer Lederpräsenation im Bereich Kollektion.

Unabhängig von Bezugsteil und Ausprägung   Bei bestimmten Lederqualitäten (v.a. bei anilinen Ledern) verarbeiten wir bewußt alle Natur- und Wachstumsmerkmale, unabhängig von Bezugsteil und Ausprägung, um die Individualität des jeweiligen Materials zu betonen. Bei bestimmten Ledern können sogar kleine offene Stellen im Bezug vorkommen.

Abhängig von Bezugsteil und Ausprägung   Bei anderen Ledern  verarbeiten wir Naturmerkmale in Abhängigkeit vom Bezugsteil. Wir unterscheiden dabei zwischen A-Teilen (sogenannte Sichtteile wie Sitz, Rücken oder Armteil) und B-Teilen (Korpus, Spannteile, Vorderboden etc.). Nur wenige Merkmale werden in A-Teilen verarbeitet. Auch die jeweilige Ausprägung des Naturmerkmals bestimmt, wie wir es verarbeiten. Naturmerkmale zeigen häufig ähnliche Spuren - allerdings mal mehr oder weniger stark ausgeprägt. Einige Merkmale werden nur in B-Teilen verarbeitet, bei anderen entscheidet die jeweilige Ausprägungsform, ob wir sie in A- oder B-Teilen verarbeiten.

Materialeinsatz

Der Lederzuschnitt erfolgt per Hand. Zunächst werden dafür die benötigten Bezugsteile optimal auf die einzelnen Häute verteilt. Eine Aufgabe, die viel Erfahrung und Augenmaß erfordert und die keine Maschine zufriedenstellend lösen kann. Viele, zum Teil auch gegensätzliche Faktoren müssen berücksichtigt werden. Durch die Besonderheiten des Materials sind es im Durchschnitt tatsächlich rund 30 % einer Lederhaut, die wir nicht verwenden können.

Atmungsaktivität

Es gibt das Vorurteil, dass Leder generell kalt sein. Ein Vorurteil, weil ausschließlich eine bestimmte Lederart bei der ersten Berührung tatsächlich etwas kälter wirkt. Gemeint sind die pigmentierten Leder. Hier wird die Oberfläche mit zusätzlichen Farbpigmenten veredelt. Das sorgt für ein gleichmäßiges Aussehen und macht das Leder umempfindlicher. Damit werden jedoch auch die einzelnen Lederporen verschlossen. Am leichesten läßt sich das mit dem Auftragen von Make-Up vergleichen. Die Atmungsaktivität nimmt ab. Der Luftaustausch mit der Umgebung wird erschwert. Daher dauert die Temperaturanpassung, z.B. wenn Sie Ihre Hand auf das Leder legen, einen Augenblick länger. Demgegenüber ist ein reines Anilinleder mit komplett offenen Poren sofort warm.