Von der Haut zum Leder

Die Herstellung unserer Leder findet hauptsächlich in Italien statt, denn hier sitzen die weltbesten Gerbereien, aber auch im Süden Deutschlands sind viele renommierte Unternehmen ansässig. Sie sorgen dafür, dass aus einem Nebenprodukt der Fleischherstellung ein hochwertiges Gebrauchtsgut wird. Basis dafür ist die sorgfältige Selektion der rohen Häute, die in hochkomplexen Prozessen in mehreren Wochen zu Leder veredelt werden. 

Rohware

Abhängig von den Ansprüchen an das herzustellende Material werden Häute unterschiedlicher Rassen und Herkunftsländer verwendet. Die meisten KOINOR-Leder stammen von wohlgezogenen Rindern aus Europa. Diese gelten als besonders hochwertig, da die Tiere häufig im Stall aufwachsen und artgerecht ernährt werden. Aus ihnen können die besten Lederqualitäten hergestellt werden: möglichst groß, mit einer guten Hautstruktur und nur wenigen Naturmerkmalen (Mastfalten, Vernarbungen usw.). Anders als z.B. Rinder in Südamerika. Die Tiere dort leben frei und sind ganz anderen Wachstumsbedingungen ausgesetzt. Daher sind Lebensspuren (Narben von Heckenrissen, Insektenbissen oder Kampfspuren etc.), die sich ganz natürlich in der Haut und schließlich auch im Leder abzeichnen, viel häufiger und vielfältiger zu finden.

Wasserwerkstatt

Zunächst muss die Rinderhaut maschinell von Unreinheiten, Fleisch und Haaren befreit werden. Dies geschieht mit einer ganzen Reihe von Arbeitsschritten in der sogenannten Wasserwerkstatt, in der die Rohware auf die eigentliche Lederherstellung vorbereitet wird. Kennzeichnend sind viele Waschprozesse in großen Trommeln bzw. Fässern. Bei einem schweren Bullen ist die Haut dann immer noch gute 8 mm stark. Weil das für Leder zu stark ist und man außerdem gleichmäßig dickes Leder erhalten will, werden die Häute noch auf ganzer Fläche gespalten. 

Gerberei

Nun erst schließt sich der zentrale Arbeitsgang der Lederherstellung an: die Gerbung. Die Tierhäute werden jetzt durch einen chemischen Vorgang dauerhaft konserviert. Verschiedene gerbende Stoffe werden in die Haut eingebracht, was zu einer Vernetzung der Fasern führt. Die Tierhaut erhält ihre Wasser-, Temperatur- und Fäulnisbeständigkeit. Die meisten Leder werden mineralisch gegerbt. Wirtschaftliche Bedeutung hat jedoch ausschließlich die Chromgerbung. Als Zwischenprodukt nach der Gerbung entsteht das sogenannte "Wet-Blue".

Ursprünglich wurden viele der hochwertigen KOINOR-Leder vegetabil, mit einem pflanzlichen Rohstoff gegerbt: mit Gerbstoffen aus der südamerikanischen Tara-Schote. Mittlerweile werden zwar viele unserer Leder mit mineralischen Metallsalzen gegerbt, doch der Name blieb. „Tara“ ist und bleibt die Kennzeichnung für hochwertige KOINOR-Leder.

Zurichtung

Noch ist aber kein gebrauchsfertiges Produkt entstanden. Dem Leder fehlen wesentliche Eigenschaften. Es muss noch „zugerichtet“ und in seiner Beschaffenheit und Optik weiter veredelt werden: Soll das Leder weich sein oder etwas fester? Soll es eine besondere Struktur bekommen? Und welche Farbe? Soll die natürliche Oberfläche komplett erhalten bleiben oder zusätzlich Pigmente zum Schutz aufgetragen werden?