Leder ist nicht gleich Leder

Man unterscheidet Leder vor allem danach, wie die Oberfläche nach dem Gerben bearbeitet wurde. Glatte Leder teilt man in naturbelassene (Anilinleder), leicht pigmentierte (Semianilinleder) oder pigmentierte Qualitäten (gedeckte Leder). Wird die Oberfläche aniliner Leder mehr oder weniger stark angeschliffen, spricht man von nubukiertem Leder oder Nubukleder.

Ein weiteres Unterscheidungs- und Qualitätsmerkmal ist die Stärke der Leder. Leder wird häufig auf ganzer Fläche gespalten. Einfache Leder beginnen bei 0,9 mm - 1,1 mm Stärke. Bereits ab 1,4 mm - 1,6 mm spricht man von Dickleder. Unser stärkstes Leder bringt es dagegen auf ganze 5 mm und erfordert damit besonders viel Materialverständnis und handwerkliches Know-How. 

Natur pur - für Möbel mit Charakter

Bei naturbelassenem Leder, den sogenannten Anilinledern, dringen transparente Farbstoffe tief in die Haut ein und färben sie "von innen heraus". Es werden keinerlei Pigmente auf die Hautoberfläche aufgetragen. Damit bleiben die Poren der Haut offen und alle natürlichen Merkmale sichtbar. Die Leder zeichnen sich aus durch eine besonders hohe Atmungsaktivität und beste Komforteigenschaften. Anilinleder verleihen dem Möbel Charakter, sie machen das Möbel sehr individuell und natürlich. Sie „leben mit“ und werden schöner, je älter sie werden. Kurz: Aus diesen Lederqualitäten entstehen die hochwertigsten Bezüge.

Exklusive Haptik - warm und samtig weich

Nubukierte Leder bzw. Nubukleder sind ebenfalls aniline Leder. Sie werden jedoch zur Veredelung zusätzlich mehr oder weniger angeschliffen. Dadurch entsteht eine samtartige Oberfläche, der dem Leder seinen sympatisch-weichen Griff verleiht und für den sogenannten Schreibeffekt sorgt. Die Struktur der Haut bleibt sichtbar erhalten. Die Leder wirken matt, fast pudrig. Sie sind besonders weich und zeichnen sich durch brillante Farben und eine sehr hohe  Atmungsaktivität aus.

Perfekter Kompromiss - wenig Farbe, viel Format

Menschen, die ein in Erscheinung und Farbe gleichmäßigeres Leder vorziehen, entscheiden sich häufig für ein leicht pigmentiertes Leder. Bei diesem so genannten Semianilinleder kommt zur Färbung der Haut noch eine leichte Tönung der Oberfläche hinzu. Feine Farbpigmente lassen das Hautbild gleichmäßiger erscheinen. Ein Teil der Poren bleibt offen, das Leder kann Feuchtigkeit aufnehmen und sie langsam wieder abgeben, die Pigmente machen das Leder aber unempfindlicher und widerstandfähiger gegen äußere Einflüsse. Diese Leder zeichnen sich durch ein gutes Verhältnis von Komfort- und Gebrauchseigenschaften aus.

Allrounder - strapazierfähig und ebenmäßig

Eine absolut gleichmäßige Oberfläche erreicht man nur, wenn man gedecktes, also voll pigmentiertes Leder wählt. Zusätzlich zur Färbung der Haut wird die Oberfläche hier vollständig mit den Farbpigmenten abgedeckt. Es entsteht ein ebenmäßiges Oberflächenbild. Gedecktes Leder ist zwar nicht so atmungsaktiv, dafür aber besonders unempfindlich und damit ausgesprochen pflege- und benutzerfreundlich.